Ratenkredit

Günstige Ratenkredite finden

Nicht jede größere Anschaffung lässt sich einfach aus laufendem Einkommen bezahlen. Sparen ist zwar die billigste Möglichkeit, weil keine Kosten für eine Finanzierung anfallen. Das bedeutet aber, auf die Erfüllung eines Wunschs lange warten zu müssen – manchmal einfach zu lange. Bei Unternehmen ist es deshalb absolut üblich, mit Fremdkapital zu arbeiten. Und auch für Privatpersonen ist es keine Schande, wichtige Haushaltsgegenstände, ein Auto oder eine Immobilie per Kredit zu finanzieren.

Schnell verfügbares Geld

Ratenkredit

Wer für eine Fußballmeisterschaft oder Olympische Spiele einen großen Fernseher für 1.000 Euro kaufen möchte und dafür 100 Euro im Monat zurücklegen kann, muss zehn Monate vor dem Ereignis anfangen zu sparen. Zinsen spielen in der jetzigen Marktsituation und über einen so kurzen Zeitraum kaum eine Rolle. Zehn Monate sind ein überschaubarer Zeitraum. Bei einem neuen Auto oder einem Haus sieht das aber ganz anders aus. Auf eine Immobilie von 300.000 Euro Wert müssen Sie 25 Jahre warten, selbst wenn Sie jeden Monat dafür 1.000 Euro beiseitelegen können. In dieser Zeit steigen die Preise, möglicherweise sogar schneller, als sich Ihr Geld durch Zinsen vermehrt. Außerdem zahlen Sie in dieser Zeit weiter Miete. Sparen auf ein Haus macht also offensichtlich keinen Sinn.

Kapital ohne Sparen

Kleinere Anschaffungen können manchmal nicht warten. Ein defekter Kühlschrank oder eine Waschmaschine müssen sofort ersetzt werden, denn sie sind im Haushalt unverzichtbar. Der Ratenkredit sorgt dafür, dass benötigtes Kapital sofort und ohne vorgeschalteten Sparprozess zur Verfügung steht. Je nach Kreditsumme und Bonität des Kunden kann das Geld innerhalb eines Tages auf dem Konto sein. Die Kreditfinanzierung ist immer dann die geeignete Lösung, wenn nicht genügend Eigenkapital für Neuanschaffungen oder auch Reparaturen zur Verfügung steht, die Sache aber nicht warten kann oder das Ansparen über einen zu langen Zeitraum nicht sinnvoll erscheint.

Mehr Flexibilität für Investitionen

Für selbstständige Gewerbetreibende und Freiberufler stehen nicht die Konsumausgaben, sondern Investitionen in den Betrieb im Zentrum der Überlegungen. Das Geschäft läuft gut, stößt aber an Kapazitätsgrenzen. Eine Betriebserweiterung kostet Geld. Lohnt es, hierfür Fremdkapital aufzunehmen? Eine neue Maschine würde wesentlich effizienter arbeiten als die vorhandene Ausstattung, aber sie muss erst einmal vorfinanziert werden. Wann amortisiert sich die Anschaffung? Das sind einige Beispiele für Fragen, die aus betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu beantworten sind. Zu prüfen ist zum Beispiel die Gesamtrentabilität, ausgedrückt in Prozent des eingesetzten Kapitals. Ist sie größer als der für das Fremdkapital zu zahlende Kreditzins, ist der Ratenkredit sinnvoll. Der zusätzliche Kapitaleinsatz kann dann sogar die Eigenkapitalrentabilität verbessern.

Günstige Konditionen bei guter Bonität

Die Konditionen, zu denen Kreditgeber einen Ratenkredit anbieten, sind in aller Regel bonitätsabhängig. Das bedeutet, die Bank verschafft sich zunächst einen Überblick über die finanzielle Situation des Antragstellers. Wie hoch und wie sicher ist sein Einkommen, welche fixen Kosten fallen bei ihm an, gibt es bereits laufende Kredite? Wie war das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit, gab es bereits Mahnverfahren oder sogar Zwangsvollstreckungen? Die wichtigste Quelle für solche Informationen ist die Schufa, Deutschlands größte Wirtschaftsdatenbank. Die Muttergesellschaft Schufa Holding AG gehört zu großen Teilen den Banken und Sparkassen. Auch Handelsunternehmen und Mobilfunkanbieter bedienen sich der Schufa-Daten. Speziell für die Kreditwirtschaft wurde der Schufa Bankenscore entwickelt. Er misst das Risiko eines Zahlungsausfalls, sei es durch mangelnde Zahlungsfähigkeit oder durch mangelnde Zahlungsbereitschaft des Schuldners. Der Bankenscore kennt 13 Klassen. Zwischen der besten Klasse A und der schlechtesten Klasse M liegen Welten. Während das Ausfallrisiko in der Klasse A unter einem Prozent liegt, also bei weniger als einem von hundert Schuldnern Probleme auftreten, stockt in der Klasse M bei jedem dritten Kreditnehmer die Rückzahlung oder fällt gänzlich aus.

Billiger als der Dispo

Mit Blick auf den Zins wird der Ratenkredit übrigens den Dispositionskredit, den Verfügungsrahmen auf dem Girokonto, praktisch immer deutlich unterbieten. Im Schnitt sind die Zinsen für einen Ratenkredit nur halb so hoch wie für den Dispo – hier liegen sie auch in einer Niedrigzinsphase im Durchschnitt immer noch knapp unter 10 %. Der Grund ist einfach: Beim Dispo haben die Banken kaum eine Kontrolle über die Verwendung des Kredits und die Bonität des Schuldners, zumindest nicht so rechtzeitig, dass sie reagieren und den Dispo anpassen oder kündigen könnten. Der hohe Dispozins ist also nicht nur der Preis für die Bequemlichkeit, Geld ohne formlose Beantragung eines Darlehens zu bekommen, sondern zugleich auch ein Maß für das erhöhte Risiko des Kreditgebers. Beim Ratenkredit gibt der Antragsteller dagegen mehr Informationen preis und wird dafür bei gutem Ergebnis der Bonitätsprüfung mit wesentlich günstigeren Zinsen belohnt. Die Ablösung des Dispokredits durch einen Ratenkredit ist deshalb praktisch immer eine gute Idee, die bares Geld spart. Wird der Dispo intensiv und über einen längeren Zeitraum genutzt, sind die Banken sogar verpflichtet, über diese günstigere Alternative zu informieren.

Teure Anschaffungen werden ermöglicht

Mit Auszahlung der Kreditsumme steht sofort Geld zur Verfügung, das teure Anschaffungen auch ohne angespartes Kapital ermöglicht. Wie sinnvoll das beispielsweise beim Hausbau oder beim Kauf einer Immobilie ist, steht außer Frage. Aber die plötzliche finanzielle Freiheit ist Segen und Fluch zugleich und erfordert großes Verantwortungsbewusstsein beim Kreditnehmer. Mit einem Ratenkredit ist es problemlos möglich, sich ein teureres Auto zu leisten, als das Haushaltsbudget eigentlich zulässt. Die Finanzierung ist selbst bei mäßiger Bonität kein Problem, denn der Pkw wird der Bank sicherungsübereignet. Zahlt der Kreditnehmer nicht mehr, holt sie sich das Fahrzeug und verkauft es. Ihr Risiko ist also recht gering. Der Kunde, der sein Auto auf Kredit kauft, muss daran denken, dass er über viele Jahre zahlt, auch wenn der Reiz des Neuen längst verflogen ist. Besonders gefährlich und frustrierend sind sogenannte Ballonkredite mit hoher Schlussrate. Man hat das Gefühl, das Auto ein zweites Mal zu bezahlen, ohne einen Gegenwert zu erhalten. Noch übler ist der Urlaub auf Pump, denn hier steht nicht einmal ein Sachwert den Schulden gegenüber. Während die Urlaubsfreude längst dahin ist, werden die Raten noch monatelang vom Konto abgebucht.

Nur für langlebige Güter

Der Ratenkredit eignet sich besonders für langlebige Immobilien oder Konsumgüter. Nutzungsdauer und Kreditlaufzeit müssen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Notwendig ist im Vorfeld der Kreditaufnahme eine Liquiditätsplanung für den Haushalt: Welche Monatsraten fallen aus Krediten und Teilzahlungskäufen an, was kann ich mir zusätzlich noch leisten? Ansonsten besteht die Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben und in die Überschuldung zu rutschen.

So funktioniert ein Ratenkredit

Vier wesentliche Parameter bestimmen einen Ratenkreditvertrag: die Darlehenssumme, der Zinssatz, die Laufzeit des Vertrags und die monatlich zu zahlende Rate. Sind drei dieser Größen bekannt, lässt sich die vierte ausrechnen. Dazu gibt es praktische Kreditrechner online im Internet. Sie erlauben das Ausprobieren verschiedener Konstellationen und helfen so, den besten Kreditvertrag zu finden. Am Anfang der Überlegungen steht die benötigte Kreditsumme, bei Verbraucherkrediten als Nettodarlehenssumme bezeichnet. Das ist der Betrag, der dem Kreditnehmer nach Abzug möglicher Kosten tatsächlich ausgezahlt wird. Im zweiten Schritt überlegen Sie, welche monatliche Belastung Sie maximal – auch zu ungünstigen Zeiten, wenn andere Rechnungen zu zahlen sind – verkraften können. Nehmen Sie dazu Ihre Liquiditätsplanung zur Hand.

Fester Monatsbetrag

Bei Ratenkrediten ist es üblich, dass der regelmäßig zu zahlende Betrag über die gesamte Laufzeit stets gleichbleibt. Man spricht deshalb auch von einem Annuitätendarlehen. Annuität (von lateinisch annum = Jahr) ist der jährlich gleiche Betrag für Tilgung und Zinsen. In der Praxis überwiegt die monatliche Zahlweise. Die Berechnung des Monatsbetrags ist nicht ganz so einfach, denn mit jeder gezahlten Rate ändern sich die Voraussetzungen. Anfangs ist die Restschuld noch sehr hoch, damit sind auch noch viele Zinsen fällig. Mit sinkender Restschuld nimmt die Belastung durch Zinsen ab. Der monatlich zu zahlende Betrag besteht deshalb anfangs noch aus vielen Zinsen und einer kleinen Tilgung. Im Laufe der Zeit werden die Zinsen weniger, die Tilgung immer mehr. Am Ende, wenn die Restschuld sehr klein ist, besteht die Monatsrate aus sehr viel Tilgung und wenig Zinsen, sodass die Schuld dann sehr schnell beglichen ist. Bei Immobiliendarlehen heißt eine übliche Tilgungsvereinbarung zum Beispiel 1 % der Darlehenssumme zuzüglich ersparter Zinsen. Aus dieser Formulierung wird deutlich, wie die Tilgung mit einem Prozent beginnt und später immer mehr wird.

Laufzeit ausrechnen lassen

Zum Glück muss heute niemand mehr die Annuitätenrechnung mit Papier und Bleistift ausführen. Aus der vom Kreditnehmer gewünschten konstanten monatlichen Rate, der Nettodarlehenssumme und dem vom Kreditgeber angebotenen Zinssatz lässt sich mit Kalkulationsprogrammen und Tools aus dem Internet sehr einfach die erforderliche Laufzeit des Kredits berechnen. Die anfänglich langsame und später immer schnellere Tilgung wird dabei berücksichtigt. Das Ergebnis der Berechnung sollte auch zum kritischen Hinterfragen des Kreditwunschs genutzt werden: Ist es in Ordnung, für eine neue Küche drei Jahre zu zahlen? Oder verschiebe ich die Anschaffung um ein Jahr, lege in der Zeit Geld zurück, habe dadurch mehr Eigenkapital, verkürze die Tilgungsdauer und spare einen großen Teil der Kreditkosten?

Ratenkredite vergleichen

Das Internet macht den Kreditvergleich heute sehr leicht, zumindest für Menschen mit auskömmlicher Bonität. Zeitraubendes Abtelefonieren verschiedener Banken oder sogar der Besuch in der Filiale sind nicht mehr nötig. Allerdings ist ein wenig Fachwissen erforderlich, um einen Kredit per Selbstbedienung zu kaufen, Werbeaussagen und Vertragsinhalte verstehen und voneinander abgrenzen zu können.

Darlehenssumme

Die Darlehenssumme, genauer Nettodarlehenssumme, ist der Betrag, den Sie tatsächlich ausgezahlt bekommen möchten. Bemessen Sie diese Summe so, dass sie nach Abzug von eventuell vorhandenem Eigenkapital möglichst exakt zum Finanzierungswunsch passt. Zu knapp bedeutet, dass das Geld später fehlt, zu großzügig bedeutet unnötig hohe Kreditkosten. Die Kreditsumme, von der die Bank ausgeht, kann von der Nettodarlehenssumme abweichen, wenn weitere Kosten wie Beiträge für eine Restschuldlebensversicherung oder Ratenschutzversicherung zu berücksichtigen sind. Achten Sie darauf, dass der Betrag, den Sie benötigen, auch wirklich zur Verfügung gestellt und nicht weiter gekürzt wird.

Zinsen

Wie bereits erläutert, besteht die später monatlich zu zahlende Rate aus einem Anteil für die Tilgung, also Rückzahlung der Kreditsumme, und den Zinsen. Die Zinsen sind das Entgelt, das die Bank für die Bereitstellung des Kapitals und als Ausgleich für das Risiko eines Zahlungsausfalls berechnet. Die Zinsen lassen sich sowohl als Prozentsatz als auch als absoluter Betrag in Euro ausdrücken. In der Werbung findet man meist plakativ dargestellt den sogenannten Nominalzinssatz, bezogen auf die Kreditsumme. Unter Einrechnung weiterer Parameter wie zusätzlicher Kosten, Laufzeit, Zahlungsintervall (zum Beispiel monatlich, vierteljährlich, jährlich) und Zahlungszeitpunkt (vorschüssig oder nachschüssig) wird nach einer komplizierten Formel der effektive Jahreszins oder kurz Effektivzins berechnet. Gestaltet die Bank den Zins bonitätsabhängig, sind Lockvogel-Angebote verboten. Es reicht nicht, nur den niedrigsten möglichen Zins zu nennen. Nach der Preisangabenverordnung muss der sogenannte Zweidrittel-Zins angegeben sein. Zwei Drittel der Interessenten, die aufgrund der Werbung einen Ratenkredit abschließen, müssen ihn zu diesem Zins oder günstiger bekommen. Der Zweidrittel-Zins ist also ein guter Maßstab dafür, wie teuer der Kredit für einen Menschen oder ein Unternehmen mit durchschnittlicher Bonität tatsächlich wird. Da er ein Effektivzins ist, muss er zudem alle Kostenbestandteile enthalten, die die Bank für den Kredit neben dem Nominalzins berechnet.

Verfügbarkeit

Ratenkredite werden gelegentlich als Blitzkredite oder Sofortkredite beworben. Das suggeriert eine sehr schnelle Auszahlung. Grundsätzlich sollte ein Kreditantrag möglichst nicht unter Zeitdruck gestellt werden. Eine vereinfachte Bonitätsprüfung schlägt sich vermutlich in höheren Zinsen nieder, weil die Bank ohne gründlichen Check ein höheres Risiko eingeht. In der Praxis ist es durchaus möglich, Geld auch bei gewöhnlichen Ratenkrediten am nächsten Tag bereits auf dem Konto zu haben, wenn der Antragsprozess digitalisiert abläuft. Aber es kommt auch immer wieder zu Verzögerungen in der Bearbeitung. Der Antragsteller kann selbst dazu beitragen, die Zeitspanne zwischen Kreditantrag und Gutschrift der Darlehenssumme zu verkürzen. Der erste Schritt ist meist noch sehr einfach und läuft automatisiert ab. In einer Eingabemaske auf der Webseite der Bank oder des Kreditvermittlers, wozu auch die Vergleichsportale zählen, macht der Interessent unverbindlich einige wenige Angaben. Die Prüfung der Kreditwürdigkeit erfolgt nicht durch einen Sachbearbeiter, sondern läuft nach einem programmierten Algorithmus ab. Eine vorläufige Zusage – oder Ablehnung des Kreditwunschs – gibt es innerhalb von Minuten oder Sekunden.

Unterlagen digital bereithalten

Erst im zweiten Schritt will der künftige Kreditgeber Belege für die zuvor gemachten Angaben sehen. Jetzt erfolgt in der Regel eine rechtsverbindliche Antragstellung. Es ist sinnvoll, die üblicherweise angeforderten Unterlagen bereits vorher in Dateiform zu erstellen, sodass sie während des Antragsprozesses hochgeladen werden können. Benötigt werden der Personalausweis (Vorder- und Rückseite), bei Arbeitnehmern der Arbeitsvertrag und die drei letzten Gehaltsabrechnungen, eventuell Nachweise über fixe Kosten wie etwa ein Mietvertrag oder Kontoauszüge. Es muss kein professioneller Scan sein. Kameras von Smartphones oder Tablets sind absolut ausreichend, um lesbare Unterlagen zu erzeugen. Manche Kreditgeber bieten auch die Möglichkeit, ihnen Zugriff auf das Online-Banking bei einer fremden Bank zu gewähren, also der Bank, bei der der Antragsteller sein Girokonto führt. Das geht per Smartphone oder Tablet über eine App. Natürlich gehört viel Vertrauen dazu, einem möglichen Vertragspartner Einblick in das eigene Konto zu gestatten, aber gerade dieser Vertrauensvorschuss erleichtert und beschleunigt die Entscheidung zur Kreditvergabe.

Rechtliche Hemmnisse

Manchmal scheitert die kurzfristige Verfügbarkeit des Darlehensbetrags an so simplen Dingen wie einer fehlenden Unterschrift, die die Bank klassisch in Papierform sehen will. Auch die vorgeschriebene Identitätsfeststellung kostet Zeit, wenn sie in der Postfiliale über das Postident-Verfahren erfolgt. Schneller sind Fernidentifizierungen per Videochat. Die Überweisung selbst dürfte im Zeitalter der Single Euro Payments Area, besser bekannt unter dem Kürzel SEPA, kein Problem mehr sein. Eine Gutschrift spätestens am nächsten Bankarbeitstag ist die Regel, Nehmen die Banken am Instant Payment Verfahren teil, sind Überweisungen mittlerweile sogar in Sekunden möglich.

Sonderkosten

Die höchstrichterliche Rechtsprechung in Deutschland geht davon aus, dass Zinsen das einzige Entgelt sind, das Banken ihren Kunden für die Kreditgewährung berechnen dürfen. Das gilt ganz eindeutig für Verbraucherkredite seit Inkrafttreten der zugehörigen Richtlinie im Juni 2010. Disagio (auch bekannt als Abschlag, Abgeld oder Damnum), Bearbeitungsgebühren zum Beispiel für die Vertragsverwaltung und die Bonitätsprüfung, sind damit unzulässig. Die Richter argumentieren, diese Kosten werden nicht im Interesse des Kreditnehmers, sondern des Kreditgebers aufgewendet. Ein Abwälzen auf den Kunden ist deshalb eine unangemessene Benachteiligung und damit unwirksam. Das gilt nach Auffassung des Bundesgerichtshofs sogar für Kredite an Unternehmen, die hier nicht weniger schutzwürdig sind als Privatpersonen. Es gibt aber Ausnahmen: Schätzkosten zur Wertermittlung einer Immobilie können durchaus erlaubt sein. Auch Bereitstellungszinsen vor der eigentlichen Auszahlung und eine Gebühr für Teilauszahlungen der Darlehenssumme sind weiterhin möglich und auch nicht in der Berechnung des Effektivzinses enthalten.

Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist wichtig, wenn es um die vorzeitige Kündigung eines Kreditvertrags durch den Kreditnehmer geht. Zahlt er das geliehene Geld früher als vereinbart zurück, verdient die Bank nicht mehr an den Zinsen, trägt aber auch kein Ausfallrisiko. Für den entgangenen Gewinn darf sie einen Ausgleich verlangen. Die Vorfälligkeitsentschädigung ist aber mittlerweile gesetzlich begrenzt, und zwar auf 1 % der bei Kündigung noch offenen Forderung. Liegt die restliche Laufzeit unter zwölf Monaten, sind es sogar nur 0,5 %. Planen Sie mit dem Ratenkredit eine Umschuldung, gehen Sie so vor: Addieren Sie die Kosten des geplanten neuen Kredits und die Vorfälligkeitsentschädigung für den zu kündigenden bestehenden Kredit. Ist die Summe der beiden Positionen geringer als die noch zu zahlenden Zinsen für die Restlaufzeit des alten Kredits, lohnt die Umschuldung.

Restschuldversicherung

Kreditaufnahme bedeutet nicht nur für die Bank, sondern auch für den Kreditnehmer ein Risiko. Die vereinbarten monatlichen Raten für Tilgung und Zinsen basieren auf einer Liquiditätsplanung, und die wiederum hängt unter anderem von stabilen Einkünften ab. Arbeitslosigkeit oder Krankheit über die Lohnfortzahlung von sechs Wochen hinaus bedrohen bei einem Arbeitnehmer diese Einnahmen. Auch beim Tod des Kreditnehmers endet der Kreditvertrag nicht einfach, sondern die Rechte und Pflichten gehen auf die Erben über. Zwei Arten von Restschuldversicherungen schützen gegen diese Risiken: Die Ratenschutzversicherung übernimmt für eine definierte Zeit die Zahlungen bei Arbeitslosigkeit und Krankengeldbezug. Klingt gut, ist aber bei genauem Hinsehen sehr lückenhaft: Erwerbsminderung ist zum Beispiel kein versichertes Risiko. Die andere Versicherung ist eine Risikolebensversicherung oder Kreditlebensversicherung. Sie zahlt bei Tod des Versicherten die vereinbarte Versicherungssumme, die der Restschuld aus dem Kredit entsprechen soll. Das bewahrt beispielsweise die Hinterbliebenen vor der Zwangsversteigerung einer Immobilie, wenn der Haupteinkommensbezieher plötzlich verstirbt. Die Versicherungssumme bleibt nicht wie bei einer normalen Risikoversicherung konstant, sondern fällt mit der Laufzeit. Das macht sie etwas billiger.

Beiträge vergleichen

Das Risiko, von einem der versicherten Ereignisse betroffen zu werden, ist sehr unterschiedlich – deshalb sollte jeder selbst entscheiden, wie wichtig ihm der Versicherungsschutz ist. Völlig sinnlos sind die Versicherungen rund um Ratenkredite keineswegs, aber in vielen Fällen zu teuer eingekauft, wenn man sie direkt bei der kreditgebenden Bank abschließt. Wird der Beitrag für die gesamte Laufzeit der Kreditsumme zugerechnet, zahlt man auch noch Zinsen dafür. Besser ist es, sich vorher einen Marktüberblick zu verschaffen und dann bei einem günstigeren Anbieter abzuschließen, wenn Versicherungsbedarf besteht.

Vorsicht bei Ratenkrediten ohne Bonitätsprüfung

Verspricht die Werbung einen Schufa-freien Kredit, kann es sich nur um einen ausländischen Kreditgeber handeln. Die Schufa gehört, wie bereits gesagt, den Banken und Sparkassen, und die werden sich ihre beste Informationsquelle nicht selbst zerstören, indem sie Kredite an der Schufa vorbei vergeben. Abgesehen von dem eigenen Interesse der Banken an einer zuverlässigen Einschätzung der finanziellen Verhältnisse ihres Kunden besteht auch in der gesamten EU eine gesetzliche Verpflichtung zur Bonitätsprüfung. Dadurch soll eine Belastung des Bankensystems durch faule Kredite, einer der Auslöser der Bankenkrise des Jahres 2007, verhindert werden.

Mit Schufa wird es billiger

Mal angenommen, es gäbe den Ratenkredit ohne Bonitätsprüfung, was wären dann die Konsequenzen für den Zinssatz? Der Kreditgeber, der über seinen Schuldner nichts weiß, muss von den ungünstigsten Voraussetzungen ausgehen. Das gilt umso mehr, wenn der Antragsteller ganz bewusst einen Kredit wählt, bei dem er nichts über seine Einkünfte, Verpflichtungen und Zahlungshistorie offenlegen muss. Man kann also davon ausgehen, dass der Kredit ohne Schufa und ohne andere Bonitätsprüfungen deutlich teurer sein wird als ein Darlehen, das die Bank trotz negativer Schufa-Eintragungen gewährt.

Direkter Kreditvergleich auf Internetportalen

In Deutschland sind rund 1.800 große und kleine Banken aktiv. Bei allen die Kreditkonditionen abzufragen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Dennoch bieten Internetportale die Möglichkeit, auf einen Blick, ohne Lauferei und ohne Telefonmarathon, einen bedeutenden Marktanteil abzudecken. Rund 150 bis 200 Produkte listen die großen Portale übersichtlich und nach zuvor eingegebenen Kriterien selektiert auf. Die Vergleichsseiten im Internet sind keine Einrichtungen des Verbraucherschutzes, sondern gewerbliche Kreditvermittler. Da für die Banken wünschenswertes Geschäft vermittelt wird, zahlen sie die Provision. Für den Kreditnehmer ist die Dienstleistung dagegen kostenlos. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass die Ergebnisdarstellung kein neutraler Finanztest ist, sondern gezielt Produkte beworben werden.

Mehrere Portale nutzen

Der Aufwand für den Kreditvergleich im Internet ist für den Interessenten gering und vor allem rechtlich unverbindlich. Er erzeugt auch keine ungünstigen Schufa-Eintragungen wie ein abgelehnter Kreditantrag. Es spricht deshalb nichts dagegen, mehrere Internetseiten mit dem Kreditwunsch zu füttern und die Ergebnisse zu vergleichen. Die Portale arbeiten teils mit verschiedenen Banken zusammen, manche Vermittler erhalten exklusive Konditionen, die andere Portale nicht bieten, selbst wenn sie Kredite derselben Bank auflisten. Fehlt Ihre Hausbank oder eine bekannt günstige Direktbank? Es kann durchaus sein, dass diese Bank keinen Vermittlungsvertrag mit dem Vergleichsportal hat, zum Beispiel weil die Provisionen zu hoch und günstige Konditionen deshalb so nicht möglich sind. Schauen Sie deshalb auch direkt auf die Homepages der Banken, die Sie vermissen. Eine Bestpreisgarantie des Vergleichsportals ist wettbewerbswidrig. Es kann also durchaus sein, dass Sie denselben Kredit direkt bei der Bank billiger erhalten, denn immerhin spart sie dabei ja die Provision für den Vermittler.

Alternativen zum Ratenkredit

Die beste Alternative zum Ratenkredit ist angespartes Eigenkapital. Aber das ist nicht immer zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichender Höhe vorhanden. Wird ein Darlehen nur für einen sehr kurzen Zeitraum benötigt, ist der bürokratische Aufwand für einen Ratenkredit vielleicht zu hoch. Eine ganz einfache und sogar kostenlose Chance auf zusätzliche Liquidität bieten echte Kreditkarten, die nicht zuvor mit Guthaben aufgeladen werden müssen. Bis zum Abrechnungsstichtag fallen für die Kartenschulden keine Zinsen an, sie sind mit der normalen Jahresgebühr bereits abgegolten. Nutzen Sie diese Möglichkeit aber nur, wenn Sie sicher sind, den aufgelaufenen Saldo bei Fälligkeit auch begleichen zu können. Ansonsten werden Zinsen oder Gebühren fällig. Eine zweite Möglichkeit ist der Dispositionskredit auf dem Girokonto. Zwar sind die Zinssätze aus den oben erläuterten Gründen im Schnitt rund doppelt so hoch wie beim Ratenkredit, aber für ein oder zwei Monate fallen die absoluten Beträge von ein paar Euro nicht wirklich ins Gewicht. Angesichts der Bequemlichkeit, einfach mit dem Girokonto ins Minus gehen zu können, Lastschriften einlösen zu lassen, Überweisungen auszuführen und Bargeld abzuheben, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung. Vor allem zahlen Sie nur für das wirklich vorhandene Minus und müssen nicht vorher überlegen, wie hoch die Darlehenssumme sein soll.

Endfälliges Darlehen

Eine Alternative zum Ratenkredit für längerfristige Finanzierungsvorhaben sind endfällige Darlehen. Sie werden nicht in Raten zurückgezahlt, sondern am Ende der Laufzeit in einer Summe. Das macht Sinn, wenn zum Ende des Kreditvertrags eine größere Zahlung erwartet wird. Diese Zahlung sollte aber sicher sein. Fondsgebundene Versicherungen oder andere Produkte auf Wertpapier-Basis eignen sich nicht, denn wenn der Kurs gerade niedrig ist, wenn das Geld benötigt wird, reicht es vielleicht nicht zur Tilgung der Schulden. Problematisch ist auch, dass beim endfälligen Darlehen die Forderung der Bank über die gesamte Laufzeit in unveränderter Höhe besteht. Das kostet in der Summe sehr viel mehr Zinsen als ein Ratenkredit mit gleichem Zinssatz.

Fazit

Ratenkredite sind eine preisgünstige Möglichkeit, größere Anschaffungen zu finanzieren, wenn die Sachen oder Dienstleistungen sofort benötigt werden oder wenn die Zeit für ein Ansparen einfach zu lang wäre. Durch die richtige Wahl der Laufzeit kann die monatliche Belastung an die Liquidität es Haushalts oder Betriebs angepasst werden. Online verfügbare Kreditrechner helfen bei der optimalen Vertragsgestaltung. Vergleichsportale im Internet bieten einen schnellen Marktüberblick, sind aber keine neutralen Ratgeber. Generell sollten Kredite mit Bedacht aufgenommen werden, insbesondere nur dann, wenn den Schulden ein adäquater Sachwert gegenübersteht. Für kurzfristige Finanzierungen eignen sich auch die Kreditkarte und der Dispositionskredit auf dem Girokonto.